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Du schenkst mir Dein JA

Ich darf sein, wie ich bin,
muss nichts vorspielen,
darf dazu stehen,
daß ich Fehler und Schwächen habe.

Du schenkst mir Dein JA.

Das hilft mir,
mich selber anzunehmen
und hilft mir,
mich zu verändern.

Du schenkst mir Dein JA.

Das schenkt mir Raum,
um zu sein und zu wachsen
über mich selber hinaus.

Thomas Merz-Abt

Mit dir
will ich bauen
an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem,
sondern mit offenen Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen
an einem Zuhause
für dich und mich,
für unsere Kinder
und für jeden, der unseren Weg kreuzt,
einen Platz, wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen

an einem vielseitigen Zusammenleben

wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache

oder Überzeugung er auch hat,

zusammen mit Anderen

glücklich sein darf.

 

Mit dir will ich bauen

an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat.

 

Ein Geschenk des Himmels

Manche Menschen wissen nicht,

wie wichtig es ist,

daß sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,

wie gut es tut,

sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,

wie tröstlich

ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,

wie wohltuend

ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,

wie viel ärmer wir

ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,

dass sie ein Geschenk

des Himmels sind.

Sie wüssten es,

würden wir es ihnen sagen.

Petrus Ceelen

 

Ich darf sein,

wie ich bin,

muß nichts

vorspielen,

darf dazu stehen,

daß ich Fehler

und Schwächen habe.

Du schenkst mir

Dein Ja.

 

Das hilft mir,

mich selber anzunehmen

und hilft mir

mich zu

verändern.

 

Du schenkst mir Dein Ja.

Das schenkt mir

Raum,

um zu sein

und zu wachsen

über mich selber

hinaus.

Thomas Merz-Abt

 

Ich nehme dich an.

Dich.

Nicht ein ideales Traumbild von einem Superman,

einer Superfrau.

Es ist auch nicht der kindliche Wunsch

Nach der weiteren versöhnenden Mutter

nach dem starken, beschützenden Vater.

Ich meine wirklich dich:

diesen Leibhaftigen Menschen

neben mir.

Dich mit Haut und Haaren,

mit dem Grübchen am Kinn

und den zusammenwachsenden

Brauen,

mit deinem Charme

und deinen Eigenheiten.

Dich nehme ich an.

So wie du bist.

Nicht so, wie ich dich gerne hätte.

 

Ich betrachte dich nicht

als mein Erziehungsobjekt.

Ich Liebe dich nicht mit Bedingungen:

"Wenn du...."

Ich nehme dich an

mit deiner Kinderstube

und mit deinen Manieren.

Mit dem, was du gelernt hast,

und mit dem,

was du nicht gelernt hast.

Mit den Verletzungen deiner Kindheit,

und den Narben deiner Jugendjahre.

Mit deinen Stärken und deinen

Schwächen,

mit deiner Sonnenseite

und mit deinem Schatten.

 

Ja auch das nehme ich an,

was du selbst nur schwer

annehmen kannst an dir.

Alles, was dir gehört:

Wie du dich entwickelt hast,

wie du jetzt bist,

wie du sein wirst in zehn Jahren.

Ich nehme dich an.

Dich.

 

Diesen erwachsenen, verwachsenen

nie ausgewachsenen, immer weiter

wachsenden,

stacheligen, zärtlichen, spröden,

herzlichen, unausstehlichen,

liebenswerten, kaputten, lebendigen,

menschlichen Menschen.

Dich nehme ich an.

Hermann-Josef Coenen

 

 

In Eurer Ehe

soll es keinen Tag geben,

da Ihr sagen müßt:

Damals haben wir uns geliebt,

heute ist die Liebe gestorben.

Kein Tag, an dem Ihr sagt:

Wir haben keine Freunde,

die uns verstehen, die mit uns sprechen,

die uns zuhören, die uns helfen,

die mit uns leiden, die sich mit uns freuen.

Kein Tag, an dem Ihr sagt:

Ich bin so allein, Du bist mir so fremd.

 

ihr möget einander Gutes tun,

Ihr möget einander trösten und verzeihen.

Ihr sollt Pläne schmieden,

und Eure Sehnsüchte mögen sich erfüllen.

 

Die Tür Eurer Wohnung möge offen sein

für Menschen,

die Euch wichtig sind und denen Ihr wichtig seid,

die Rat geben und denen Ihr raten könnt.

Eure Ehe bleibe spannend,

und Ihr möget alle Spannungen aushalten.

Eure Ehe bleibe glücklich,

indem Ihr Eurer Treue traut,

Euch in der Treue Gottes aufgehoben wißt.

 

Dann wird für Euch und für andere

Eure Ehe ein Zeichen der Hoffnung und des Mutes.

Gottes Liebe möge in Eurer Liebe greifbar und spürbar werden,

denn Gott will in uns sichtbar werden.

 

 

 Lieben

den anderen entdecken und sich entdecken lassen

den anderen annehmen und sich annehmen lassen

den anderen bestärken und sich bestärken lassen

den anderen verwirklichen und sich selbst dabei

 

füreinander dazusein

voreinander staunen können

voneinander lernen können

miteinander freier werden

einander Hoffnung machen

einander zu verzeihen

einander zu vertrauen

einander zu verdanken

 

alles sagen

alles klagen

alles tragen

alles wagen

 

LIEBEN

 

 

Die beiden Hände

Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:

Du große Hand, ich brauche dich,

so wie die Blume emporrankt am Holz,

das ihr Halt gibt.

Ich bedarf deiner Kraft und deiner Erfahrung

mit all den Dingen, die du gestaltest.

Ich möchte lernen von dir,

wie man das Schwächere birgt, hegt und behütet,

den jungen Vogel, der aus dem Nest fiel,

und die Geschöpfe,

die uns Menschen anvertraut sind,

wie man den Strauchelnden hält

und dem Geängstigten Mut gibt,

wie man dem Unrecht wehrt

und für das Notwendige einsteht.

Ich bitte dich,

dass ich dir zugewandt sein darf ohne Arg

und dass du nach Zeiten der Arbeit und Mühe

mit mir spielen wirst und dich auftust dem Leben,

das uns gemeinsam geschenkt ist.

Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:

Du kleine Hand, ich brauche dich,

damit ich nach Hasten und Lasten der Tage

einmal ausruhen kann und gelöst sein und feiern,

hingegeben an Sonne und Wind,

Ich möchte lernen von dir

das so lange vergess'ne Vertrauen:

Einer ist da,

der mich hält und führt und begleitet!

Mit dir möchte ich wieder ein Gebet versuchen,

das sich bittend dem hingibt,

in dessen Treue wir alle geborgen sind,

auch die Zweifler.

Ich bitte dich:

Wenn ich verkrampft bin in Zorn und Verzweiflung,

müde und matt von den Niederlagen des Tages,

sei bei mir wie heute,

einfach hingehalten und offen,

daß meine Schatten vertrieben werden vom Licht.

Du kleine Hand,

zeige mir immer wieder das Wunder,

daß wir alle unsagbar geliebt sind.

Gerhord Kiefel

 

 

Dein Leben

gehört nicht mir,

Du schenkst mir einen Teil Deines Lebens,

Deiner Zeit,

Unser Leben schenkt Leben,

schenkt Zeit für neues Leben,

das nicht uns gehört,

weil es Zeit ist für die eigene Zeit

in freier Bestimmung,

Wen man liebt,

dem möchte man ganz nahe sein,

Doch wer liebt,

der läßt dem anderen auch Raum,

um sich selber zu entfalten,

Ob Kinder oder Ehepartner,

wer liebt, gibt frei,

Und umgekehrt.

 

 

 Du schenkst mir Dein Ja.

Ich weiß, dass wir nie ganz zueinander finden werden.

Du wirst immer Du bleiben und ich werde immer ich sein.

Auch die Stärke unserer Sehnsucht wird nicht überwinden,

dass meine Welt nicht Deine ist,

und Du wirst nie fühlen, was ich fühle.

Wir bleiben gefangen,

Du in Deiner Haut und ich in meiner.

Vielleicht ist das unser Glück,

das uns unterwegs hält.

Aus unserer Getrenntheit wird unsere Sehnsucht geboren,

und sie ist die Quelle unserer Energie.

So betreten wir unbegangene Wege,

erfinden neue Sprachen,

überwinden alte Trennungen,

entdecken neue Zeichen,

und geben nie auf.

 

Lebe DEIN Leben

Du

ja Du

nicht der neben, vor oder hinter Dir

Du bist gefragt.

Nimm Dein Leben in die Hände und lebe es!

Du bist zwar weder Gandhi noch Goethe

weder Elvis Presley noch Ronald Reagan,

weder Albert Einstein noch Mutter Teresa.

Aber Du bist Du -

Deinen Freunden ein Freund

und Deinen Geschwistern Bruder oder Schwester

Deinen Kindern Vater oder Mutter

oder Deinen Eltern ein Kind.

Und Du hast Deinen eigenen Platz in der Welt-

Deinen Platz,

an dem Du Menschen glücklich machen kannst.

Vielleicht erscheint es Dir manchmal wenig,

was Du tun kannst

angesichts des großen Elends in der Welt.

Laß Dich nicht täuschen

und nicht ent-täuschen -

den Menschen um Dich,

die Dich brauchen,

ist das viel.

Darum lebe DEIN Leben

an der Stelle, wo DU wirken kannst.

Thomas Merz-Abt

 

 

Was ich dir wünsche?

Nicht,

daß du tausend Meter hoch

über dem Meer

auf dem Libanon stehst

wie diese Zeder.

Aber das wünsche ich dir

daß du dem Himmel

nahe bist

und mit der Erde kräftig verbunden.

Daß deine Wurzeln Wasser finden

und deine Zweige im Licht sind.

Ein alter biblischer Wunsch lautet:

Du sollst gedeihen und gesegnet sein

wie eine Zeder auf dem Libanon.

Jörg Zink

 

Text auf den Weg

Wenn die Krüge in eurem Leben leer sind

dann tut

was er euch sagt

das einfachste von der Welt

gebt was ihr habt -

nie sollen wir etwas halb tun

sondern ganz bis zum Rand

sollen wir die leeren Krüge füllen

mit dem was wir haben

wer nicht an ein wunder glaubt

ist kein Realist

ohne wunder geht kein leben

erst recht kein leben zu zweit

Wilhelm Willms

 

 Dem Leben zuliebe

Dein Leben, Deine Vergangenheit,

Deine Erlebnisse, Dein Denken und Fühlen,

Deine Hoffnungen und Wünsche

und

Mein Leben, Meine Vergangenheit,

Meine Erlebnisse, Mein Denken und Fühlen,

Meine Hoffnungen und Wünsche,

möchten wir zusammengeben in DEINE Hände,

damit daraus neues Leben entstehen kann

für uns,

für Euch,

für alle.

 

 

Gedanken

Ich muß dem Licht folgen,

meinen Weg suchen,

unterwegs bleiben,

unbeirrt weiterschreiten,

auch wenn ich allein bin,

müde werde,

an mir zweifle,

Angst habe.

 

Wie wohltuend,

wenn ich auf meinem Weg dir begegne,

wenn auch du suchst,

suchen willst,

suchen mußt.

Gemeinsam gehen wir weiter,

einander stützend,

einander fördernd,

gewiß, das zu finden,

was für uns letztlich wichtig ist.

 

 

Die Stimme der Liebe.

Wer die Liebe hat, ist tatkräftig und froh.

Er ist frei und durch nichts gebunden.

Er gibt alles für alles und hat alles in allem.

Er findet seine Ruhe im Allerhöchsten, von dem alles Gute kommt.

Er achtet nicht auf die Gaben, die er empfängt, sondern auf den

Spender, der sie ihm gibt.

Die Liebe ist nicht begrenzt, sondern geht über alles.

Die Liebe macht sich keine Sorgen, sie scheut keine Mühe,

und die Liebe will mehr, als sie vermag;

nichts ist für sie unmöglich, denn sie denkt, daß sie alles kann und darf.

Darum findet die Liebe für alles Kraft, erreicht viel und hält durch,

wo ein Liebloser den Mut verliert und aufgibt.

Die Liebe ist wachsam und erlahmt nicht,

sie kennt keine Furcht, sie wird nicht beunruhigt.

Die Liebe leuchtet auf wie eine helle Flamme und eine brennende Fackel. Wenn jemand die Liebe hat, kennt er die Stimme der Liebe.

In Gottes Ohr klingt das heftige Verlangen eines Menschen,

der ausruft: "Mein Gott und meine Liebe,

du bist ganz mein eigen, und ich gehöre dir ganz."

Thomas von Kempten

 

 

Danke

(auch singbar auf die Melodie "Danke...")

Danke für diese schöne Trauung; danke für jedes gute Wort.

Danke, dass wir uns leiten ließen hier an diesen Ort.

 

Danke, du sandtest uns die Freuden; danke, sie stärkten unsern Mut.

Danke, o Herr, auch für die Leiden, denn du meinst es gut.

 

Danke an unsere lieben Eltern; danke, dass wir geboren sind.

Danke, für alle alten Menschen und für jedes Kind.

 

Danke an unsere lieben Freunde; danke für jedes kleine Glück.

Danke für diese schönen Stunden und für die Musik.

 

Danke für deine große Liebe, danke, sie hat auch uns berührt.

Danke, dass wir zusammenfanden: Du hast uns geführt.

 

 

Aneinander wachsen

Ich möchte dich unentwegt anschauen,

aber dann ständen wir immer gegeneinander.

Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,

doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.

Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,

in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.

 

So werde ich dich immer besser kennen lernen

und du wirst immer mehr erfahren, wer ich bin.

Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,

wie du die Menschen siehst und das Leben.

Ich werde lernen, mit dir zu denken,

mit deinen Augen zu sehen

und mit deinem Herzen zu empfinden.

Ich werde nicht versuchen,

dich nach meinen Wünschen umzuformen.

 

So werden wir aneinander wachsen

und einander immer tiefer lieben und achten.

Du wirst durch mich mehr du selber werden

und ich mehr ich selbst durch dich.

Vielleicht wird unsre Einsamkeit zuweilen fast unerträglich sein,

denn aus dem tiefsten Raum in uns führt kein Weg nach außen;

so bleibt im Letzten jeder allein.

Gemeinsam werden wir unsere Einsamkeit tragen

und gerade dadurch mehr und mehr eins werden.

 

 

 In dir liegt das Glück

Von allen Energien der Welt kann nur

eine einzige dich glücklich machen: die Energie des Herzens.

Das Glück nimmt seinen Anfang im Grunde deines Herzens

und du gibst es weiter, wenn Menschen gerne bei dir sind;

wenn sie sich bei dir wohl fühlen;

wenn du freundlich bleibst, wo andere unfreundlich sind;

wenn du hilfst, wo keiner mehr hilft;

wenn du zufrieden bist, wo andere Forderungen stellen;

wenn du lachst, wo alle finstere Mienen machen;

wenn du vergeben kannst, wo Menschen dir Böses taten.

 

In dir liegt das Glück.

Man wird sagen: So ein Träumer!

Weil du immer noch an Menschen glaubst,

an das Leben und daran, dass alles anders werden kann.

In dir liegt das Glück.

Menschliches Glück ist kein Produkt von Wissenschaft und Technik.

Menschliches Glück hängt ab von Lieben und Geliebt - Werden

und von so vielen schönen Dingen, die gratis sind.

Phil Bosmans

 

 

Versprechen

Ich meine dich ganz.

Du schwebst wie ein himmlischer Traum

durch mein Herz,

bewegst mein Denken, rufst mich,

in deiner Schönheit zu wohnen.

 

Ich meine dich ganz. 

Nicht eine Nacht,

ein Wochenende, den Sommer über.

Nicht, bis es einem von uns zu anstrengend

oder zu langweilig wird,

ich meine dich über die Zeiten hinaus.

 

Ich meine dich ganz,

mit Freuden und Trauer,

mit Wünschen und Ängsten,

mit Gaben und Fehlern

und schließe nichts aus.

 

Ich meine dich ganz.

Unsere Ringe sprechen aus, was wir tun:

Du für mich, ich für dich.

 

Ich meine dich ganz.

Unsere Ringe bezeichnen den Weg

zu der Stadt auf dem Berge.

Christa PeikertFlaspöhler

 

 

  Wie ich dir begegnen möchte

Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen;

dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten;

dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen;

zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen;

dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen;

dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen;

von dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben;

dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich für sie verantwortlich zu machen;

dich informieren, ohne dich zu belehren;

dir helfen, ohne dich zu beleidigen;

mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen;

mich an dir freuen, so wie du bist.

Wenn ich von dir das Gleiche bekommen kann,

dann können wir uns wirklich begegnen

und uns gegenseitig bereichern.

 

 

Lasst mich brennen!

Die Ehekerze spricht:

Mein Licht soll dabei sein, bei eurer Ehe.

Mehr als ein Geschenk

bin ich ein stiller Zeuge im Hause eurer Liebe.

 

Wenn die Sonne scheint, brauche ich nicht zu brennen,

aber wenn es dunkel wird:

wenn Sturm aufkommt, dann zünde mich an.

Wenn der erste Streit ausbricht,

wenn dich insgeheim ein Kummer quält,

dann zünde mich an.

Wenn der erste Schritt zu tun ist

und du weißt nicht wie,

wenn du die Aussprache suchst,

aber keine Worte findest,

wenn du umarmen möchtest und deine Arme sind wie gelähmt,

dann zünde mich an.

 

Mein Licht ist ein Zeichen im Hause, hell und klar.

Es spricht eine leichte Sprache, die der andere gleich versteht.

Ich bin eure Ehekerze. Ich habe euch beide gern.

Lasst mich brennen, wann und wie lange es sein muss.

Bis ihr beide gemeinsam, Wange an Wange,

mein Licht ausblasen könnt.

Dann sage ich dankbar: Bis zum nächsten Mal.

 

Die Hochzeitskerze spricht

Ich habe es gesehen,
meine kleine Flamme war dabei
als ihr die Hände ineinander gelegt
und euer Herz verschenkt habt.

Ich werde es sehen,
meine kleine Flamme ist dabei,
wenn ihr die Hände ineinander legt
und euer Herz verschenkt.

Ich bin mehr als bloß eine Kerze,
ich bin ein stummer Zeuge
im Hause eurer Liebe
und wohne weiterhin bei euch.

An Tagen, da die Sonne scheint,
braucht ihr mich nicht anzuzünden.
Aber wenn ihr vor Freude außer euch seid,
oder ein anderer schöner Stern
am Horizont eures Lebens erscheint,
dann zündet mich an.

Zündet mich an, wenn es dunkel wird,
wenn in eurer Liebe Sturm einbricht,
wenn der erste Streit da ist,
wenn ihr lautlos unter etwas leidet,
dann zündet mich an.

Zündet mich an,
wenn der erste Schritt getan werden muss,
und ihr wisst nicht wie,
wenn eine Aussprache notwendig ist,
aber ihr findet keine Worte,
wenn ihr euch umarmen möchtet,
aber die Hände sind wie gelähmt,
dann zündet mich an.

Mein kleines Licht ist für euch
Ein deutliches Zeichen.
Es spricht seine eigene Sprache,
die jeder versteht.

Ich bin eure Hochzeitskerze.
Ich hab euch beide gern.
Lasst mich brennen, solange es nötig ist,
bis ihr mich Wange an Wange ausblasen könnt.
Dann sage ich dankbar: Bis zum nächsten Mal.

 

 Der Andere ist anders

Der Andere ist anders:

Er denkt anders, als ich denke.

Er handelt anders, als ich handle.

Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.

Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.

Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.

Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.

Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.

Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.

Er lebt anders als ich und doch sind wir eins.

nach Günther Höver

 

 

Glück-Wunschdenken

Wir wünschen euch ZEIT -

die Zeit, die ihr braucht, und die Zeit, die ihr habt; die Zeit, die vergeht, und die Zeit, die euch bleibt; die Zeit für euch selber und die Zeit zu zweit.

 

Wir wünschen euch LIEBE -

Die Liebe, die ihr gebt, und die Liebe, die ihr bekommt; die Liebe, die ihr fühlt, und die Liebe, die ihr wollt; die Liebe des Anfangs und die Liebe des Endes.

 

Wir wünschen euch STREIT -

den Streit, der euch fordert, und den Streit, der euch fördert; den Streit, der euch enttäuscht, und den Streit, der euch aufklärt; den Streit um Nähe und den Streit um Distanz.

 

Wir wünschen euch GLAUBEN -

den Glauben an euch selbst und den Glauben an den anderen; den Glauben, der euch Mut macht, und den Glauben, der euch tröstet; den Glauben an die Zukunft und den Glauben an Gott.

 

Wir wünschen euch FREIHEIT -

die Freiheit, die euch entfesselt, und die Freiheit, die euch bindet; die Freiheit, die euch ablöst, und die Freiheit, die euch erlöst; die Freiheit zum Ich und die Freiheit zum Du.

 

Wir wünschen euch FREUDE -

die Freude, die euch versetzt, und die Freude, die sitzen bleibt; die Freude, die ihr euch macht, und die Freude, die euch gemacht wird; die Freude aneinander und die Freude am Leben.

 

Wir wünschen euch ZÄRTLICHKEIT -

die Zärtlichkeit, die euch aufwärmt, und die Zärtlichkeit, die euch warm hält; die Zärtlichkeit, die euch einfängt, und die Zärtlichkeit, die euch auffängt; die Zärtlichkeit des Spiels und die Zärtlichkeit des Ernstfalls.

 

Wir wünschen euch FREUNDE -

die Freunde, die ihr mögt, und die Freunde, die euch mögen; die Freunde, die ihr braucht, und die Freunde, die euch brauchen; die Freunde von früher und die Freunde von später und wir wünschen uns: Eure Freunde zu sein.

Conrad M. Siegers

 

 

 Glückwünsche zur Hochzeit

Wir wünschen euch LIEBE,

die diesen Namen verdient,

die jeden Tag eurer Ehe lebendig bleibt

und sich gerade in schweren Tagen bewährt.

 

Wir wünschen euch GLÜCK,

das ein Geschenk ist,

und nicht vom Besitz vordergründiger Dinge abhängt;

das vielmehr darin besteht, andere glücklich zu machen.

 

Wir wünschen euch ZUFRIEDENHEIT,

die nicht nach dem großen Bankkonto schielt,

sondern dankbar ist für das Miteinander an jedem neuen Tag,

an dem euch Gesundheit und Freude geschenkt wird.

 

Wir wünschen euch GELASSENHEIT,

Dinge hinzunehmen, die ihr nicht ändern könnt;

Mut, Dinge zu ändern, die ihr ändern könnt,

und Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Wir wünschen euch FANTASIE,

um den grauen Alltag mit originellen Unternehmungen farbig zu machen,

und dass euch auch nach zig Jahren die guten Ideen nicht ausgehen.

 

Wir wünschen euch VERSTÄNDNIS,

dass ihr euch annehmt, wie ihr seid;

nicht nur in Stunden des Glücks und der Zärtlichkeit,

sondern gerade in Fremdheit und Versagen.

 

Wir wünschen euch gute GESPRÄCHE,

dass ihr nicht verstummt,

sondern euch immer austauscht, dass ihr euch alles sagen könnt,

was euch freut, aber auch, was euch belastet.

 

Wir wünschen euch HUMOR,

der euer Leben leichter macht,

damit ihr die Lächerlichkeit vieler Ursachen von Konflikten erkennt,

die manche Eheleute zur Weißglut bringt.

 

Wir wünschen euch ZEIT füreinander,

miteinander vieles zu unternehmen, aufeinander zu hören,

aber auch Zeit für jeden einzelnen,

seinen Interessen nachzugehen;

Zeit für eure Mitmenschen und Zeit für Gott.

 

Wir wünschen euch gute FREUNDE,
die da sind, wenn ihr sie braucht,
die Abstand halten, wenn ihr allein sein wollt.

 

Wir wünschen euch OFFENHEIT FÜREINANDER,

die Konflikte nicht unter den Tisch kehrt,

sondern fair austragen lässt,

die täglich zur Vergebung bereit ist

und euch neu anfangen lässt.

Karlheinz Buhl

 

Von der Liebe
Die Liebe hat einen langen Atem.
Sie zwingt keinen Menschen.
Die Liebe sieht im anderen nicht ein Besitzstück.
Eifersucht und Neid sind ihr fremd.
Die Liebe macht keine große Schau.
Sie spielt sich nicht auf und drängt sich nicht vor.
Ich bin nicht so. Du bist nicht so.
Aber Jesus zeigt, dass es geht.

Die Liebe sucht nicht ihren eigenen Vorteil
Sie nutzt den anderen nicht aus.
Die Liebe tut dem anderen nicht weh.
Sie wird nicht verbittert und trägt nicht nach.
Die Liebe duldet nicht, dass Unrecht geschieht.
Sie ist erst glücklich, wenn jeder sein Recht bekommt.

Die Liebe glaubt an das Gute.
Sie gibt Vorschuss an Vertrauen auch ohne Beweis.
Die Liebe hofft, auch gegen alle Hoffnung.
Sie gibt den anderen nicht auf.
Die wirkliche Liebe kennt keine Grenzen.
Sie kann warten und hat unendlich viel Zeit.
Ich bin nicht so. Du bist nicht so.
Aber Jesus zeigt, dass es geht.
Hermann Josef Coenen

Von der Ehe
Vereint seid ihr geboren und vereint sollt ihr bleiben immerdar. Ihr bleibt ver­eint, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden. Doch lasset Raum zwischen eurem Beieinander-Sein. Lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch. Liebet einander, doch macht die Liebe nicht zur Fessel: Schaffet eher daraus ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen. Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich, doch lasset jeden von euch auch allein sein. Gebet einander eure Herzen, doch nicht in des anderen Verwahr. Stehet beieinander, doch nicht zu nahe beieinander: denn die Säulen des Tempels stehen einzeln. Eichbaum und Zypresse wachsen nicht im gegen­seit'gen Schatten.
verkürzt nach Khalil Gibran

 

Gebet
Wir bitten nicht um Wunder und Visionen,
Herr, sondern um Kraft für den Alltag !
Lehre uns die Kunst der kleinen Schritte.
Mache uns findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei
rechtzeitig unsere Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren,
von denen wir betroffen sind.
Mache uns griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung,
schenke uns das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.

Laß uns erkennen,
dass Träume nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf uns, das Nächste so gut wie möglich zu tun
und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre uns vor dem naiven Glauben,
es müßte im Leben alles glatt gehen.
Schenke uns die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Mißerfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere uns daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schicke uns im rechten Augenblick jemand,
der den Mut hat, uns die Wahrheit zu sagen.
Wir möchten dich und unsere Mitmenschen
immer aussprechen lassen.
Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst.
Sie wird einem gesagt.
Du weißt, wie sehr wir der Liebe bedürfen.
Gib, dass wir diesem schönsten,
schwierigsten, riskantesten und zartesten
Geschäft des Lebens gewachsen sind.

Verleihe uns die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
Mache aus uns Menschen,
die einem Schiff mit Tiefgang gleichen,
um auch die zu erreichen, die unten sind.
Bewahre uns vor der Angst,
wir könnten das Leben versäumen.

Gib uns nicht, was wir uns wünschen,
Herr, sondern was wir  brauchen !
Amen.
A. de Saint-Exupéry

 

„Was es ist“
Es ist Unsinn
Sagt die Vernunft
Es ist was es ist
Sagt die Liebe

Es ist Unglück
Sagt die Berechnung
Er ist nichts als Schmerz
Sagt die Angst
Es ist aussichtslos
Sagt die Einsicht
Es ist was es ist
Sagt die Liebe

Es ist lächerlich
Sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
Sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
Sagt die Erfahrung

Es ist was es ist
Sagt die Liebe
Erich Fried

 

Sätze über die Liebe
Das Regulativ zwischen Freiheit und Bindung ist die Liebe ...
Die Liebe ist das Bestreben, mit einem Du eins zu werden ...
Sexus und Eros erwecken das Leben im biologischen Sinne.
Agape stützt und fördert das Leben, wo es bedroht und hilfsbedürftig erscheint.
Die Liebe zu Gott schafft in uns das neue Leben,
jene Wiedergeburt von der das neue Testament spricht;
und die Liebe Gottes zum Menschen ist der Garant des ewigen Lebens.
Schalom Be-Chorin

Weg
Straße am Meer
windschiefe Bäume
Böen von West
in untergehender Sonne
untergehakt wir zwei

Felsen im Blick und Weite,
Brandung und Sand
schmiegst du dich an mich,
machst mich glücklich
mit dieser Nähe

unser Schweigen
nährt die Liebe.

Wir erinnern uns –
ein Lächeln lang,
gelöst und befreit
dankbar
ein Amen dem Weg
zu dem man uns traute
Gerhard Engelsberger

 

Eros und Agape

Das Sterben kündigt sich auch dadurch an,
dass Eros sich in Agape verwandelt,
nicht nur beim Sterbenden,
sondern auch bei den Partnern.

Wenn jemand gemeint hätte,
Eros sei intensiver als Agape,
so hat er sich getäuscht.
Peter Noll

Wir brauchen einander

Ich brauche so sehr deine Freundschaft. Ich dürste nach einem Gefährten, der, jenseits der Streitfragen des Verstandes, in mir den Pilger des Feuers sieht. Ich habe das Bedürfnis, manchmal die künftige Wärme vorauszukosten und mich auszuruhen, ein bißchen außerhalb meiner selbst in der Zusammenkunft, die wir haben werden. Ich bin aller Streite, aller Abschließungen, aller Glaubenswut so müde! Zu dir kann ich kommen, ohne eine Uniform anziehen oder einen Koran hersagen zu müssen. Kein Stück meiner inneren Heimat brauche ich preiszugeben. In deiner Nähe habe ich nichts zu beweisen. Ich finde den Frieden. Über meine ungeschickten Worte, über die Urteile hinweg, die -mich irreführen können, siehst du in mir einfach den Menschen ... Wenn ich auch anders bin als du, so bin ich doch weit davon entfernt, dich zu beeinträchtigen. Ich steigere dich vielmehr. Du befragst mich, wie man den Reisenden befragt.

Ich weiß dir Dank dafür, daß du mich so hinnimmst, wie ich bin. Was habe ich mit einem Freund zu tun, der mich wertet? Wenn ich ei­nen Hinkenden zu Tisch lade, bitte ich ihn, sich zu setzen, und verlange von ihm nicht, daß er tanze. Mein Freund, ich brauche dich wie eine Höhe, in der man anders atmet.

A. de Saint Exupery

Rudern zwei

Rudern zwei
ein boot,
der eine
kundig der sterne.

der andre
kundig der stürme,

wird der eine
führn durch die sterne,

wird der andere
führn durch die stürme,

und am ende ganz am ende
wird das meer der erinnerung
blau sein
Reiner Kunze

 

Wer klopft?
Eine Geschichte von Aftar aus Neishapur.
Der Verehrer klopfte an die Tür seiner Liebsten. „Wer klopft?" fragte die Liebste von drinnen. „Ich bin's", sagte der Liebhaber.
„Dann geh weg. Dieses Haus hat keinen Platz für dich und mich." Der abgewiesene Verehrer ging in die Wüste.
Dort meditierte er monatelang über den Worten der Geliebten. Schließ­lich kehrte er zurück und klopfte wieder an die Tür.
„Wer klopft?" „Du bist es." Und so­fort wurde aufgetan.
Anthony de Mello

 

Die Liebe Gottes - ein Samenkorn

Über die Unendlichkeit von Zeit und Raum hinweg kommt die un­endlich viel unendlichere Liebe Gottes, uns zu ergreifen. Sie kommt zu ihrer Stunde. Wir haben die Macht, sie willig in uns zu empfan­gen oder sie abzuweisen. Verschlie­ßen wir ihr unsere Ohren, kommt sie wie ein Bettler wieder und wie­der, doch ebenso wie ein Bettler bleibt sie eines Tages aus. Öffnen wir uns ihr in Willigkeit, dann legt Gott ein kleines Samenkorn in uns nieder und geht davon. Von diesem Augenblick an hat Gott nichts wei­ter zu tun, und auch wir nichts, als zu warten. Nur darf es uns nicht ge­reuen, daß wir unsere Einwilligung ... gegeben haben. Das ist nicht so leicht, wie es scheint, denn das Wachstum des Samens in uns ist schmerzhaft. Mehr noch, weil wir dieses Wachstum geschehen lassen, können wir uns nicht enthalten, al­les, was ihm hinderlich sein könnte, zu vernichten, das Unkraut zu ent­fernen, .. so daß diese gärtnerische Wartung ein gewaltsames Geschäft ist. Nichtsdestoweniger wächst das Samenkorn, alles in allem genom­men, ganz von alleine. Es kommt der Tag, wo die Seele Gott gehört, wo sie nicht mehr nur in die Liebe einwilligt, sondern wo sie wahrhaft und tatsächlich liebt. Dann muß sie ihrerseits das All durchqueren, um zu Gott zu gelangen.

Simone Weil

Großmacht Liebe

,Es gibt nur eine Großmacht auf Er­den - das ist die Liebe.
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrheit ohne Liebe macht kritisch.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig. Ehre ohne Liebe macht hochmütig. Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Verfasser unbekannt

 

Ein Hochzeitslied

Gehst du mit mir
dann folge ich dir an jeden Ort
Sprichst du mit mir
dann sage ich dir mein schönstes Wort
Lebst du mit mir
dann teil' ich mit dir mein Haus mein
Brot
Weinst du mit mir
dann bleib' ich bei dir in aller Not
Lachst du mit mir
dann geh' ich mit dir auf jeden Tanz
Schläfst du mit mir
dann gebe ich dir mich selber ganz
Träumst du mit mir
dann zeige ich dir das Paradies
Lothar Zenetti

Wie die Sonne
Liebe ist wie die Sonne. Seligkeit und Wonne.
Sie bringt Licht und Farbe. Alles blüht und gedeiht.
Liebe kann man nicht kaufen. Sie ist nicht im Handel.
Wenn man dafür bezahlen muss, ist es keine Liebe mehr.
Liebe ist wie die Sonne.
Wenn die Sonne untergeht, werden die Schatten größer.
Wenn du meinst, alles zu haben, um glücklich zu sein,
wenn du aber keine Liebe hast, dann hast du nichts,
wofür es sich lohnt zu leben. In wahrer Liebe
liegt ein Hauch vom Paradies.
Phil Bosmans

Verheiratet
Trauung hängt zusammen mit Vertrauen,
mit tiefem Vertrauen zueinander,
und mit Treue: Damit baut man auf Felsen.
Ohne Vertrauen kann man nicht heiraten.
Wo man nicht einander sicher sein kann,
gibt es überhaupt keine Sicherheit.
Und wo keine Sicherheit ist,
da auch keine Geborgenheit und kein Zuhause.
Wenn man heiratet und sich traut,
will man einander Geborgenheit geben.
Wenn man heiratet und sich traut,
will man ein Leben lang denselben Weg gehen,
durch gute und durch schlechte Tage.
Deshalb nahmt ihr eines Tages einen Ring.
Ihr habt ihn eurem liebsten Menschen
auf den Finger gesteckt und dazu gesagt:
„Nimm diesen Ring als Zeichen meiner Liebe und Treue."
Lasst eure Liebe so stark sein,
um das einander täglich neu zu sagen.
Phil Bosmans

 

Leben heißt Lernen

Leben heißt lernen,
dass wir uns Zeit nehmen müssen,
wenn wir welche haben wollen;
dass wir verantwortlich sind 
für Gedachtes und Nichtgedachtes,
Gesagtes und Nichtgesagtes,
Getanes und Nichtgetanes;
dass der Sinn des Lebens
darin liegt, immer die Liebe
und das Leben im Sinn zu haben.

Leben heißt lernen,
dass es nicht darauf ankommt,
ob wir uns etwas schenken,
sondern darauf, ob wir imstande sind,
uns gegenseitig etwas zu geben;
dass das Wesen des Lebens
die Veränderung ist;
dass wir Liebe säen müssen,
wenn wir Liebe ernten wollen.

Leben heißt lernen,
die Kunst der Gelassenheit auszuüben:
das Weglassen, das Zulassen, 
das Loslassen;
dass die schwierigste Aufgabe
unseres Leben darin besteht,
nie aufzugeben;
dass unser Mensch-Sein untrennbar
mit dem Mensch-Werden verbunden ist.

Autor: Ernst Ferstl

 

Zusammenwachsen

Da ist jemand,
der mich nimmt,
wie ich genommen
werden will;
der mich aufbaut,
wenn mich etwas
niederdrückt;
der mich zu Herzen nimmt,
wenn mir etwas
über die Leber gelaufen ist;
der mir Gehör schenkt,
wenn mir das Leben
Rätsel aufgibt;
der für mich ist,
wenn sich alles gegen mich
verschworen hat.

Da ist jemand,
mit dem ich zusammen wachsen,
vielleicht sogar
zusammenwachsen darf.
Ernst Ferstl

 

 

So eine Liebe

Wenn ich einen Wunsch frei hätte -
ich würde mir eine
wahnsinnige Liebe wünschen,
die mich packt
wie der Wind eine winzige Feder
und auf und davon wirbelt.

Eine unfassbare Liebe,
die mich gleichzeitig
zum Lachen und Weinen bringt
und mir keine Wahl lässt,
als frei und glücklich
und ausser Rand und Band zu sein.
Eine die mich ungeniert
aus meinem Kopf katapuliert -
hoch hinaus in ein Empfinden,
das sich selbst nicht fassen kann.

Eine Liebe,
die verrückt und süchtig macht
und die ganze Welt lachend
in die Tasche steckt wie eine Murmel.
So eine, die Gefühle weckt,
die nicht einmal ahnen,
dass es sie gibt.

Ernst Ferstl

 

Ich habe eine Hand,
um sie zu halten, wenn Du alleine bist. Um sie zu streicheln, wenn Du Zärtlichkeit suchst. Um sie zu wärmen, wenn Du frierst. Um Dir aufzuhelfen, wenn Du gefallen bist. Um Dich zu führen, wenn Du den Weg suchst. Um Dich zu beschützen, wenn Du Hilfe brauchst. Um bei Dir zu sein, wenn Du meine Nähe suchst. Um Dich zu stärken, wenn DU schwach bist. Um Dir zu zeigen, dass ich stets für Dich da bin. Um Dir wortlos zu sagen: ICH LIEBE DICH

 

    „Wer liebt, dem wachsen Flügel“

An diesem Tag versprecht ihr einander das Einzige, was Sinn hat, einander zu versprechen.

Ihr versprecht einander, den anderen sein zu lassen, wie er ist.

Ihr versprecht, einander in Heiterkeit und Neugier zu begleiten.

Ihr versprecht, einander allein gehen zu lassen, wenn der andere das brauchen sollte.

Und ihr versprecht einander der Gemeinsamkeit die Dankbarkeit entgegenzubringen, die sie verdient.

Ihr versprecht einander, euch zu helfen, alle Steine aus dem Weg zu räumen, die den

Fluss eurer Herzen behindert.

Ihr versprecht einander, euch in dem Raum zu treffen, in dem eure Herzen - und nur eure Herzen – zusammenfinden wollen.

Wenn all das so gesagt und gefühlt wird, lacht der Weltgeist voller Heiterkeit auf, und dann breitet ihr eure Flügel aus und schwebt hoch und fliegt weit, weit hinaus in die unendlichen Räume des Weltraumes, den man die Seele nennt.

DENN WER LIEBT, DEM WACHSEN FLÜGEL.

Text von G. Barylli, leicht abgeändert

 

 


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